Der A20 Pro im iPhone 18 Pro - Single-Core schneller als Desktop-Ryzen und Core i9
12 September 2026
„Ein Handy schneller als ein Desktop-PC“ - vor ein paar Jahren hätte das wie ein Witz geklungen. Heute ist es ein Ergebnis in der Geekbench-Datenbank. Ein Eintrag mit der Kennung iPhone19,2, also das iPhone 18 Pro, hochgeladen am 10. September, zeigt 4006 Punkte im Test eines einzelnen Kerns und 11 460 im Test aller sechs Kerne. Tom's Hardware hat ihn am 12. September mit Desktop-Prozessoren verglichen, und dabei kam heraus: Im Single-Core-Test liegt der Apple-Chip 26 Prozent vor dem Ryzen 9 9950X3D und 32 Prozent vor dem Core i9-14900KS. Auch die eigene Verwandtschaft lässt er hinter sich - den M5 aus den MacBooks um 7 Prozent und den letztjährigen A19 Pro um 23 Prozent.

Woher kommt dieser Sprung? Apple hat zwei „Superkerne“ aus den M-Chips ins Telefon geholt, sie von 4,26 auf 4,93 GHz hochgetaktet und das Ganze bei TSMC im 2-nm-Verfahren fertigen lassen - dem ersten in einem iPhone. Dazu kommen 50 Prozent mehr Speicherbandbreite. Zum Vergleich: Als der A17 Pro 2023 als erster Chip auf 3 nm umstieg, legte er knapp 10 Prozent zu. Jetzt sind es 23 Prozent, der größte Sprung zwischen zwei Generationen seit Jahren.
Doch was bedeutet das in der Praxis? Ein einzelner Kern ist das, was man unter dem Finger spürt: eine Seite öffnen, durch eine Galerie scrollen, Code kompilieren (im Clang-Test schaffte das iPhone 4663 Punkte gegenüber 2379 beim Notebook-Prozessor Core Ultra X9). Viele Kerne sind für Video-Rendering und lange Berechnungen da, und hier kommt der 16-Kern-Ryzen auf 30 428 Punkte und ist rund 2,7-mal so schnell wie das iPhone. Das Telefon hat außerdem keinen Lüfter: Ein Benchmark dauert einen Moment, ein Desktop-Rechner hält das Tempo stundenlang. Notebookcheck bringt es auf den Punkt: Ein Smartphone-Chip gewinnt nur im kurzen Sprint und ist „utterly dominated under sustained workloads and on the GPU side“ - bei Dauerlast und im GPU-Bereich also völlig unterlegen. Apple antwortet mit einer dreimal so großen Vapor Chamber und dem Versprechen, bei Dauerlast 40 Prozent mehr Leistung zu liefern als das iPhone 17 Pro. Ob es dieses Versprechen hält, müssen die Tests zeigen.
Ein Vorbehalt: Das ist ein einzelnes Ergebnis vor dem Verkaufsstart, hochgeladen von einem Gerät, das niemand unabhängig überprüft hat. Geekbench 7 ist erst im Juli erschienen und zählt die Punkte anders als Version 6 (dasselbe iPhone kommt dort auf 4719), vergleichen lässt sich also nur innerhalb einer Version. Die Datenbank kennt den neuen Chip offenbar noch nicht, denn ins Feld mit dem Prozessornamen hat sie ihm „Intel Pentium II/III“ eingetragen.
In Deutschland startete der Vorverkauf des iPhone 18 Pro am Samstag, dem 12. September, um 14:00 Uhr, in den Läden steht das Telefon ab dem 18. September. Die Preise: 1449 Euro für das 18 Pro mit 256 GB und 1599 Euro für das Pro Max. Denselben Chip bekommt das faltbare iPhone Duo: Vorverkauf ab dem 16. Oktober, im Handel ab dem 23. Oktober.
Geekbench - ein Benchmark, der die Geschwindigkeit von Prozessoren in kurzen Tests misst; Version 7 erschien im Juli 2026 und zählt die Punkte anders als Version 6. Single-Core und Multi-Core - Tests eines einzelnen Kerns und aller Kerne gleichzeitig; der erste entspricht der alltäglichen Reaktionsschnelligkeit, der zweite dem Rendern und langen Berechnungen. Vapor Chamber - eine flache Dampfkammer, die die Wärme vom Chip wegleitet.